Die Idee hinter dem Modell
Das Farbmodell ist keines der großen wissenschaftlichen Testverfahren — und das ist sein Vorteil. Es macht keine Aussagen über Intelligenz, kognitive Stile oder klinisch relevante Merkmale. Es beschreibt stattdessen Verhaltenstendenzen: Wie jemand auf andere zugeht, wie jemand Entscheidungen trifft, was jemand in einem Team einbringt.
Genau deshalb eignet es sich so gut als Gesprächsöffner. Die Ergebnisse wirken nicht wie ein Urteil — sie wirken wie ein Spiegel. Und ein Spiegel, den die Person selbst gehalten hat, ist eine gute Grundlage für ein erstes Coaching-Gespräch.
Vier Farben, ein klares Bild
Jede Farbe steht für ein Bündel an Verhaltenstendenzen:
- Rot — entschlossen, direkt, ergebnisorientiert; übernimmt Initiative, setzt Ziele durch
- Gelb — kommunikativ, optimistisch, begeisterungsfähig; bringt Energie und Ideen in Teams
- Grün — empathisch, geduldig, verlässlich; hält Teams zusammen und schafft Vertrauen
- Blau — analytisch, präzise, qualitätsbewusst; arbeitet strukturiert und durchdacht
32 Aussagen, beantwortet auf einer Skala von 1 bis 4, ergeben Rohwerte für jede Farbe. Daraus werden Prozentwerte berechnet — und die beiden stärksten Farben bestimmen das Profil: Primär- und Sekundärfarbe. Nicht als Schublade, sondern als Ausgangspunkt.
Entwicklung mit Claude Code
Der Test entstand als direkte Ergänzung zur bestehenden Persönlichkeitstest-Suite — BigFive, Leadership und MBTI laufen bereits als eigene Docker-Container auf meinem HomeLab-Server. Der Farbtest passt in dieselbe Philosophie: kein Backend, keine Registrierung, kein Server-seitiges Datenspeichern.
Wie bei allen meinen HomeLab-Projekten habe ich auch hier keinen einzigen Buchstaben Code selbst getippt. Ich habe beschrieben, was ich brauche — Claude Code hat implementiert. Das Bewertungsmodell und die Farbzuordnung waren konzeptionell vorgegeben; die technische Umsetzung lag vollständig bei Claude Code.
Das Ergebnis ist eine saubere SvelteKit-SPA: Die Auswertung läuft
vollständig im Browser, das Ergebnis ist per URL teilbar, und ein
PDF-Export via window.print() macht das Profil greifbar — ohne
dass irgendetwas auf einem Server landet.
Einsatz im Coaching
Der Farbtest läuft typischerweise vor oder zu Beginn eines ersten Gesprächs. Nicht als Diagnose, sondern als Gesprächseröffnung. Die Ergebnisse sprechen für sich — die meisten Menschen erkennen sich in ihrer Primärfarbe sofort wieder und finden schnell Anknüpfungspunkte für das Gespräch.
Besonders nützlich ist die Kombination aus Primär- und Sekundärfarbe: Jemand, der rot und grün in sich vereint, verhält sich in der Praxis ganz anders als jemand mit rot und blau — obwohl beide „die Dinge durchsetzen”. Dieser Unterschied wird im Gespräch schnell sichtbar und gibt dem Coaching eine konkrete Richtung.
Der Farbtest speichert keine Daten. Die Auswertung läuft vollständig im Browser, das Ergebnis existiert nur als URL-Parameter. Wer das Tab schließt, hat nichts hinterlassen. Das ist eine bewusste Entscheidung — auch und gerade im Coaching-Kontext.