Die manuelle Datenpflege ist Geschichte. HomeSolar holt die vier Monatswerte — Produktion, Einspeisung, Eigenverbrauch, Netzbezug — jetzt automatisch über die Huawei FusionSolar Northbound API ab. Täglich um 23 Uhr werden die aktuellen Werte des laufenden Monats überschrieben; der Kommentar zeigt Zeitpunkt der letzten Aktualisierung. CSV-Import und manuelle Eingabe bleiben unverändert erhalten.
Der Ausgangspunkt
Seit meiner PV-Anlage habe ich monatlich Daten: wie viel produziert wurde, wie viel ich selbst verbraucht habe, wie viel ins Netz eingespeist wurde, wie viel ich vom Netz bezogen habe. Die Werte kommen aus der Monitoring-App des Wechselrichters.
Was mir gefehlt hat, war der finanzielle Überblick. Was spare ich pro Monat? Was bin ich dem Netzbetreiber noch schuldig, nach Verrechnung der Einspeisung? Wann hat sich die Anlage amortisiert — nicht als theoretischer Herstellerwert, sondern auf Basis meiner echten Verbrauchsdaten und meiner tatsächlichen Strompreise? Diese Fragen beantwortet keine Standard-App.
Kein Programmierer — und trotzdem
Ich habe keinen einzigen Buchstaben Code selbst getippt. Die gesamte Anwendung — Frontend, Backend, Datenbankschema, API-Routen, CSV-Import, Berechnungslogik — ist in Zusammenarbeit mit Claude Code entstanden.
Ich habe beschrieben, was ich brauche. Claude Code hat implementiert. Wenn etwas nicht gestimmt hat, habe ich es erklärt — und wir haben es korrigiert. Das war kein einmaliger Vorgang, sondern ein iterativer Prozess: vom ersten MVP bis zu drei Releases, die das System schrittweise ausgebaut haben. Jedes Release hat konkrete Features gebracht, die ich im Alltag vermisst hatte.
Das Git-Log zeigt den Prozess offen: ein Initial Commit, dann Issues, dann Fixes, dann neue Features. Genau wie in einem normalen Entwicklungsteam — nur dass das Team aus mir und einer KI besteht. Dieses Projekt ist für mich ein praktischer Beleg, was IT-affine Nicht-Programmierer heute bauen können.
Was die App kann
Kern der Anwendung ist die manuelle Datenpflege — ich trage monatlich die vier Schlüsselwerte ein: Produktion, Einspeisung, Eigenverbrauch, Netzbezug. Alternativ lassen sich Daten per CSV-Import aus der Monitoring-App übernehmen. Das Import-Format ist bewusst tolerant: Semikolon oder Komma als Trennzeichen, deutsche oder englische Spaltennamen, flexible Groß-/Kleinschreibung.
Auf dieser Datenbasis gibt es vier Ansichten:
- Dashboard — KPI-Karten mit Jahreswerten, Solar-vs-Netz-Chart, konfigurierbarer Jahresvergleich
- Monatsdaten — Tabelle mit allen Monatswerten, Inline-Bearbeitung, Monats-Charts, Gesamt-€-Zeile
- Jahresdaten — aggregierte Jahrestabelle, Solar-vs-Netz-Vergleich über alle Jahre, Abrechnungszyklen
- Amortisation — vollständige Tabelle Jahr für Jahr, Amortisationsmonat mit Badge, kumulierte Ersparnis
Die Jahresdaten-Tabelle macht auf einen Blick sichtbar, was sich über die Jahre verändert. Wie hat sich der Eigenverbrauchsanteil entwickelt? Wie viel kWh wurden insgesamt produziert — und welcher Anteil kam tatsächlich im Haushalt an? Diese Fragen beantwortet die App mit echten Zahlen, kumuliert über alle erfassten Jahre.
Die Finanzmathematik dahinter
Das interessante an diesem Projekt ist nicht der Chart — das ist der Rechenkern darunter. Für eine realistische Amortisationsberechnung braucht man mehr als den Investitionsbetrag. Strompreise ändern sich jährlich. Grundpreise und Zählerkosten sind fix, unabhängig vom Verbrauch. Die Einspeisevergütung variiert je nach Vertrag und Jahr.
Die App verwaltet deshalb Jahreseinstellungen getrennt: Strompreis pro kWh, Einspeisevergütung, Grundpreis pro Monat und Zählerkosten pro Jahr — jedes Jahr einzeln konfigurierbar. Die Berechnungen verwenden immer die Einstellungen des jeweiligen Jahres, nicht einen pauschalen Durchschnittswert.
Das Ergebnis ist eine Jahresauswertung, die zeigt, was die Anlage wirklich geleistet hat — nicht als Hochrechnung, sondern auf Basis echter Monats- und Jahreswerte. Was hätte der Strom ohne PV gekostet? Wie viel wurde durch Eigenverbrauch eingespart? Was blieb nach Abzug der Netzbezugskosten von der Einspeisevergütung übrig? Für die Folgejahresplanung berechnet die App außerdem einen empfohlenen monatlichen Abschlag — abgeleitet aus dem tatsächlichen Jahresertrag.
Die Amortisationsrechnung verbindet echte Jahresdaten mit einer Prognose für die Folgejahre. Sobald reale Werte vorliegen, ersetzt die App die Schätzung durch die tatsächlichen Zahlen — Zeile für Zeile, Jahr für Jahr. Das Ergebnis ist eine Tabelle, die zeigt, wann die Anlage ihren Kaufpreis zurückverdient hat: nicht als pauschale Herstellerangabe, sondern als Prognose auf Basis meiner eigenen Verbrauchshistorie.
Viele Netzbetreiber rechnen nicht nach Kalenderjahr ab, sondern nach einem verschobenen Zyklus — bei mir ab Juli. Die App berücksichtigt das: Der Abrechnungsstart ist frei konfigurierbar, und die Abrechnungszyklen-Tabelle zeigt die Werte genau so, wie sie auf der Jahresrechnung erscheinen.