Der Ausgangspunkt
Zweitägiges IT-Teamevent, irgendwo in einem Landhaus. Die Tagesagenda stand — aber der Abend nicht. Die Location hatte alles, was man für einen entspannten Kaminabend braucht: ruhig, gemütlich, kein Hotel-Konferenzraum. Ein Teammitglied fragte, was wir abends machen könnten.
KI war zu diesem Zeitpunkt das beherrschende Thema im Team. Einige experimentierten bereits aktiv damit, andere hatten noch Berührungsängste. In diesem Kontext lag die Idee nahe: Kneipenquiz — aber eines, das das Thema aufgreift. Und eines, das ich nicht stundenlang vorbereiten wollte.
ChatGPT schreibt den Prompt, Claude Code baut die App
Das war der Workflow: Ich habe die Idee mit ChatGPT besprochen und beschrieben, was das Quiz können soll. ChatGPT hat daraus einen strukturierten Prompt formuliert — präzise genug, dass Claude Code damit direkt arbeiten konnte.
Das Ergebnis nach zwei Stunden: eine vollständige Webanwendung. Ein paar Bugs mussten behoben werden — das gehört dazu. Aber das Grundgerüst stand schnell, und die Features, die ich von Anfang an eingeplant hatte, waren von Beginn an Teil des Prompts.
ChatGPT als Gesprächspartner für die Konzeptphase, Claude Code als Entwickler für die Umsetzung — das ist kein Widerspruch, sondern ein pragmatischer Einsatz der jeweils passenden Stärken. Für das Formulieren eines präzisen Entwicklungs-Prompts ist ein gesprächsorientiertes Hin-und-Her manchmal der schnellste Weg.
Was das Quiz kann
Von Anfang an war klar: Das Quiz soll nicht für eine einmalige Verwendung gebaut sein. Die Fragen und Fragerunden sollten per CSV hochladbar sein — damit ich den Inhalt jedes Mal anpassen kann, ohne die App anzufassen.
- CSV-Upload — Fragen und Fragerunden werden per Datei geladen, kein Hardcoding
- Mehrere Runden — jede Runde hat ein eigenes Thema, eigene Fragen, eigenes Tempo
- Moderator-Ansicht — separate Ansicht für den Quizmaster mit Lösungen und Steuerung
- Team-Anzeige — Großbildschirm-taugliche Ansicht für die Teilnehmer
- Punkte-Tracking — Teamwertung über alle Runden hinweg
Ich habe eine Mischung aus IT-Wissen und regionalem Bezug gewählt: Fragen rund um Technologie und IT-Geschichte auf der einen Seite — Sehenswürdigkeiten, Kultur und regionale Eigenheiten der Firmenregion auf der anderen. Das hat dafür gesorgt, dass nicht nur die Technik-Affinen glänzen konnten.
Was vom Abend bleibt
Es war ein lustiger Abend. Das Team hat sich darauf eingelassen, die Stimmung am Kamin hat den Rest erledigt. Was mich dabei am meisten gefreut hat: Die Reaktion auf das Quiz selbst war gar nicht „oh schön, ein Quiz” — sondern „warte, das hast du heute Nachmittag gebaut?”.
Genau das war der Punkt. Nicht die Funktionalität der App stand im Mittelpunkt, sondern was sie über die Möglichkeiten von KI-gestützter Entwicklung aussagt. Spielerisch, ohne Vortrag, ohne Foliensatz — einfach durch Tun.
Das Kneipenquiz wird definitiv wieder zum Einsatz kommen. Bei Teamevents, bei Workshops, überall dort, wo ein lockerer Abend mit ein bisschen Struktur gefragt ist. Der CSV-Ansatz macht es flexibel genug für jeden Kontext.