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Proxmox statt VMware —
Umbau im Winterurlaub.

Broadcom kauft VMware, die Preise explodieren — und plötzlich fragen meine Kunden, was die Alternativen sind. Ich kannte VMware in- und auswendig. Proxmox nicht. Also habe ich den Winterurlaub genutzt, um das zu ändern: strukturierter Homelab-Umbau, Phase für Phase, mit ChatGPT als Planungspartner und Claude Code für die Ausführung.

Der Auslöser: Broadcom und VMware

2025 hat die Lage für viele meiner Kunden verändert. Seit Broadcom VMware übernommen hat, ist die Preisstruktur massiv gestiegen — besonders schmerzhaft für kleinere Unternehmen. Wer früher mit drei physischen Servern zu einem überschaubaren Preis echte Hochverfügbarkeits-Features nutzen konnte, stand plötzlich vor einer Kostenstruktur, die nicht mehr zum Geschäftsmodell passt.

Die Frage kam von mehreren Seiten: Was ist die Alternative? Hyper-V? Nutanix? Proxmox? Ich kenne VMware seit Jahren und verstehe, wie es tickt. Proxmox war für mich Neuland. Das ist keine Basis, auf der ich Empfehlungen geben kann. Also war die Konsequenz klar: Homelab umbauen, Proxmox kennenlernen, eigene Erfahrungen sammeln.

Hintergrund

Proxmox VE ist eine Open-Source-Virtualisierungsplattform, die KVM-Virtualisierung und LXC-Container auf einer gemeinsamen Management-Oberfläche vereint. Für kleinere Umgebungen mit drei physischen Servern bietet es Clustering und HA-Funktionen — kostenlos, ohne Lizenzgebühren.

Der Ausgangspunkt: OpenMediaVault als Alles-in-einem

Mein Homelab lief bisher auf OpenMediaVault (OMV). Was als reines NAS-Betriebssystem gestartet hat, ist über die Jahre zu einer vollständigen Plattform geworden: virtuelle Maschinen, integriertes Docker-Management, Netzwerkdienste — alles auf einer Oberfläche.

Das Problem: Eine saubere Trennung von Zuständigkeiten gibt es dabei nicht. NAS-Funktionen, Virtualisierung und Container-Dienste hängen auf dem gleichen Host zusammen. Ein einfaches „kurz alles migrieren” war keine Option — zu viele Dienste, zu viele Abhängigkeiten, zu viel Risiko.

Der Plan: Phasen statt Big Bang

Mit ChatGPT habe ich den Migrationsplan besprochen und strukturiert. Das Ziel war eine schrittweise, reversible Migration — keine „alles auf einmal”-Aktion, bei der im Zweifel nichts mehr läuft.

01
Alten Server reaktivieren

Einen ungenutzten Server ausgegraben, Proxmox installiert, erste Erfahrungen mit der Oberfläche gesammelt.

02
Virtuelle Maschinen umziehen

HomeAssistant, Debian Test-Server, Plex und weitere VMs von OMV auf den neuen Proxmox-Host migriert.

03
Neuen Docker-Host aufbauen

Auf Proxmox eine neue Debian VM mit Docker erstellt — die Zielplattform für alle Container-Dienste.

04
Container migrieren

Alle Docker-Container von OMV auf den neuen Debian-Server umgezogen — mit Claude Code und MCP-Servern.

05
NAS separieren

Einen dedizierten Debian-Server als SMB-NAS aufgesetzt — sauber getrennt vom Rest der Infrastruktur.

06
OMV-Hardware übernehmen

Sobald OMV leer war: Proxmox installiert, Maschinen vom alten Server auf den neuen umgezogen.

Claude Code übernimmt die Container-Migration

Der Teil, den ich am meisten gefürchtet hatte, war die Migration der Docker-Container. Viele Dienste, unterschiedliche Konfigurationen, persistente Volumes, Netzwerkeinstellungen — das ist die Stelle, wo bei manueller Arbeit Fehler passieren.

Mit Claude Code und MCP-Servern war der Ablauf ein anderer: Ich habe beschrieben, was migriert werden soll. Claude Code hat die Konfiguration gelesen, den Container auf dem neuen Host aufgebaut, Volumes übertragen und den Dienst gestartet. Ich habe zugeschaut, wie Container von A nach B umgezogen wurden — und unmittelbar danach wieder aktiv waren.

Parallele Konsolidierung

Die Migration war auch eine Gelegenheit zum Aufräumen. Dienste, die vorher auf demselben Host zusammengewürfelt waren, bekamen klare Zuständigkeiten. Andere wurden konsolidiert, weil die separate Instanz keinen Mehrwert mehr bot. Das Ergebnis ist eine Infrastruktur, die ich besser verstehe und leichter warte.

Was am Ende steht

Der alte Reaktivierungs-Server läuft weiter. Er verbraucht nur 25 Watt und dient als dedizierte Proxmox-Testumgebung — ein Wert, den ich bei weiteren Experimenten nicht missen möchte.

Die Gesamtstruktur ist klarer als vorher: Proxmox für Virtualisierung, ein dedizierter Debian-Docker-Host für Container-Dienste, ein separater SMB-NAS. Jede Schicht hat eine Aufgabe. Wenn etwas ausfällt oder geändert werden muss, ist sofort klar, wo eingegriffen werden soll.

Und was Proxmox als VMware-Alternative angeht: Es ist ernstzunehmen. Die Oberfläche ist gewöhnungsbedürftig, wenn man aus der VMware-Welt kommt — aber die Funktionalität für kleinere Umgebungen ist da. Ohne Lizenzkosten. Das ist ein Argument, das in vielen Kundengesprächen 2026 eine Rolle spielen wird.

Stack & Technologien

Vorher OpenMediaVault · VMs + Docker + NAS auf einem Host
Nachher Proxmox VE · dedizierter Debian-Docker-Host · SMB-NAS (Debian)
Planung ChatGPT · strukturierter Migrationsplan in Phasen
Migration Claude Code · MCP-Server · automatisierter Container-Transfer
Dienste HomeAssistant · Plex · Gitea · Vaultwarden · Guacamole · weitere
Hardware Zwei physische Server · alter Reaktivierungs-Server (25 W) als Test-Node
Austausch

Homelab-Projekte machen mehr Spaß, wenn man darüber reden kann. Wenn ihr Fragen zu einem meiner Artikel habt, selbst an ähnlichen Themen arbeitet oder einfach Ideen zu Homelab-Technologien und KI austauschen möchtet — ich bin immer dabei. Schreibt mich einfach an.

frank [at] graziani-it.de