Das Problem mit allen anderen Tools
Als Selbstständiger brauche ich Zeitnachweise für meine Kunden — monatlich, pro Kunde, übersichtlich. Ich habe viele Tools ausprobiert. Das Scheitern kam immer an der gleichen Stelle: dem PDF-Export.
Das erste Problem: Bei Tageseinsätzen möchte ich eine nicht abrechenbare Mittagspause abziehen — aber dennoch nur einen Zeiteintrag pro Tag statt zwei getrennte Blöcke für Vor- und Nachmittag. Die meisten Tools erzwingen entweder zwei Einträge oder kennen keine Pausenlogik überhaupt.
Das zweite Problem: Das Layout. Zu viele Tools haben Zeitnachweise erzeugt, die ich meinem Kunden nicht zumuten wollte — schlechte Typografie, chaotische Tabellen, und regelmäßig zwei Seiten pro Monat, obwohl eine A4-Seite vollkommen ausreicht. Ein Zeitnachweis ist ein Dokument, das einen professionellen Eindruck hinterlassen soll.
Drei Jahre Excel-Makros
Irgendwann habe ich aufgehört zu suchen und das Problem selbst gelöst: eine Excel-Datei mit VBA-Makros. Was als schnelle Lösung gedacht war, ist über drei Jahre zu einem vollständigen System gewachsen — Kundenverwaltung, Projektverwaltung, Stundensätze, automatisch generierte Tabellenblätter pro Kunde und Monat, ein Zeitnachweis-Layout, das genau meinen Vorstellungen entsprach.
Funktioniert hat es. Aber es war Excel. Keine echte Datenbank, kein Browser-Interface, keine einfache Suche. Und VBA-Makros sind kein Code, der sich gut dokumentiert oder weiterentwickelt.
Von Excel-Makros zur Web-App
Als ich Claude Code entdeckt hatte, war die Entscheidung schnell getroffen. Ich habe Claude Code meine Excel-Makros gegeben — den gesamten VBA-Code — und erklärt, wie ich arbeite: wie ich Kunden anlege, wie ich Projekte strukturiere, wie Zeiten erfasst werden sollen. Und vor allem: wie ein Zeitnachweis auszusehen hat.
Daraus ist TimeSheet entstanden. Ich habe keinen einzigen Buchstaben Code selbst getippt. Die gesamte Anwendung — Backend, Datenbank, API, Frontend, PDF-Erzeugung — ist in Zusammenarbeit mit Claude Code entwickelt worden. Vom ersten Commit bis heute.
Das initiale Release entstand am 27. Februar 2026. Noch am selben Tag folgte v1.0.1 mit Dashboard und überarbeiteten PDF-Layouts. Bis zum 2. März waren vier weitere Releases veröffentlicht — VMA, Steuerhochrechnung, Feiertagskalender. So schnell skaliert Entwicklung, wenn man nicht am Code hängt, sondern an Ideen.
Der Zeitnachweis — das Herzstück
Das non-negotiable Ziel war: eine A4-Seite pro Monat und Kunde. Professionell. Gut lesbar. Mit allem, was der Kunde braucht.
Das PDF zeigt alle Tage des Monats in einer Tabelle — Wochenenden grau hinterlegt, Arbeitstage klar strukturiert. Pro Tag: Beginn, Ende, Pause, Netto-Stunden, Kommentar. Hat ein Kunde mehrere Projekte im selben Monat, werden die Einträge tagesweise aggregiert — Start des frühesten, Ende des letzten, Pausen aufsummiert. Unten rechts: meine Unterschrift. Oben rechts: Firmendaten und Logo.
Die Mittagspause wird genau so erfasst, wie ich es brauche: als Pausenminuten am einzelnen Zeiteintrag — 30, 45 oder 60 Minuten, direkt abgezogen. Ein Eintrag pro Tag, sauber in der Tabelle, korrekte Netto-Stunden. Keine zwei Einträge, kein Formatierungsproblem.
Was danach noch kam
Sobald das Fundament stand, kamen die Ideen. Dinge, die ich in keinem anderen Tool je gesehen hatte — weil kein anderes Tool auf meinen spezifischen Kontext als Selbstständiger ausgelegt ist.
- Monats-, Jahres- und Kundenstatistiken — wie viele Stunden pro Kunde, pro Projekt, pro Monat. Mit Filtermöglichkeit und Gesamtbeträgen netto und brutto.
- Verpflegungsmehraufwände (VMA) — bisher stundenlange Excel-Arbeit zum Jahresende. Jetzt direkt am Zeiteintrag hinterlegbar. Liste drucken — fertig. Die Steuerberaterin bekommt ihre Übersicht, ich habe keinen Aufwand mehr.
- Steuerhochrechnung — auf Basis der aktuellen Steuerdaten eine grobe jährliche Steuerbelastung als Solo-Selbstständiger. Kein Ersatz für den Steuerberater, aber ein ehrlicher Blick auf das, was vom Umsatz übrig bleibt. Inklusive PDF-Export.
- Feiertagskalender Baden-Württemberg — Feiertage und Schulferien direkt im Zeiterfassungskalender sichtbar, farbig markiert, mit Namen.
- Abrechnung — Monate pro Kunde als abgerechnet markieren. Klare Übersicht, was bereits fakturiert wurde und was noch offen ist.